Wunderbare Rettung aus Tötungsstation

Hermann wurde bei Kirsten ein neues Leben geschenkt

 

"Hermann, jetzt sollst du nie mehr Angst und  Hunger haben. Und nie mehr eingesperrt sein." Unzertrennlich sind der rumänische ehemalige Straßenhund Hermann (3) und seine liebevolle Besitzerin Kirsten (47).

Die grausame Vergangenheit hat der Kuvacz-Mix vergessen. Er hat Vertrauen  gefasst und zeigt jeden Tag neu seine Freude am Leben. Sechs Monate sind vergangen, seit er dem Grauen entkommen ist.

"Man kann sich das Elend der Tiere in diesem armen Land nicht vorstellen," berichtet Kirsten, die über die Organisation Pfotenglück bereits den zweiten Hund gerettet hat.

Leider dauerte das Glück von Nelsson, dem ersten Hund aus Rumänien, nicht lange. Kirsten hatte ihn trotz einer alten schweren Verletzung am Hüftgelenk genommen und ihn ständig tierärztlich behandeln lassen. Sehr bald erholte sich Nelsson, konnte sogar wieder gut laufen. Doch bei einem Spaziergang brach das marode Gelenk auseinander und das Bein schlackerte lose herum. Der Hund  hatte keine Chance auf Heilung und musste schließlich eingeschläfert werden. Alle, die an seiner Rettung beteiligt waren, vor allem die engagierten Helferinnen von Pfotenglück trauerten mit Kirsten, die so sehr an Nelssons neues Glück geglaubt hatte.

Doch Kirsten ist eine Powerfrau mit einem riesengroßem Herz für Tiere und entschied schon bald: Jetzt erst recht! Dann soll ein anderer Hund aus Rumänien in Nellsons Pfotenstapfen treten. Dennoch ist ein langer Weg, bis wieder einmal einer der 400 Hunden aus der Station den Weg in ein besseres Leben findet.


Zwei Jahre "Einzelhaft", ohne Bewegung auf engstem Raum mit ohrenbetäubender Gebelle und Jaulen, unregelmäßigem Futter... das hatte Hermann hinter sich, als sich Kirsten vor gut einem halben Jahr für ihn entschieden hatte.

Hermann wird  aus seiner Box in der Ecarisa (Abdeckerei)geführt und bleibt-  bevor er nach Deutschland transportiert wird - vorübergehend in Rumänien bei einheimischen Tierfreunden untergebracht. "Er mußte aus dieser Station ganz schnell raus, denn es kann passieren, dass Hunde über Nacht verschwinden," erzählt Kirsten. Wohin?  Das ist ein offenes Geheimnis. Wie? Darüber möchte Kirsten nicht sprechen.

Auf jeden Fall wird man mit der Situation der unzähligen Straßenhunde in Rumänien nicht mehr fertig. "Für manchen Hund wäre es fast besser, er wird erlöst," meint Kirsten traurig nachdenklich. Neben dem Vermitteln von Hunden gibt es Dank selbstloser Tierschützer inzwischen Aufklärungen in Schulen über Tierhaltung, Kastrationsaktionen vonHunden und vieles mehr, um der Bevölkerung bewußt zu machen, auch ein Tier hat Gefühle, empfindet Schmerz und Hunger und sehnt sich nach Zuwendung und Liebe.


Eine beglückende Begegnung im Wald

Beim Spaziergang freundet sich mein Pudelmädchen Chiquita (3) mit Hermann an. Der sieht ein wenig aus wie meine beiden Abruzzen Carlo und Frieda. Hermann fühlt sich offensichtlich pudelwohl, er ist entspannt, läuft ohne Leine, wälzt sich auf dem Waldboden. Und seine Besitzerin ist happy. Wir kommen ins Gespräch: Die letzten Monate waren nicht einfach für die Beiden: Hermann, anfangs noch sehr geschwächt,  ist völlig überfordert von den neuen Einflüssen, dem Transport und dem Umzug. Er verkriecht sich tief im Garten, will nicht ins Haus, hat Ängste.  Durch die Futterumstellung bekommt er Verdauungsprobleme und schwere Allergien. Doch Kirsten hat unendlich viel Geduld. Sie läßt Hermann Zeit, verbringt Stunden im Garten ruhig neben ihm sitzend. Läßt ihn ankommen... Abends trägt sie ihn mit ihrem Sohn ins Haus.

Morgens steht sie nun schon um 4 Uhr auf, um vor der Arbeit als Altenpflegerin eine Stunde mit Hermann in den Wald zu gehen. Endlich verträgt er das Futter. Hermann baut langsam Muskeln auf; die zwei Jahre ohne Bewegung sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Und gewisse Defizite werden kräftemäßig bleiben. Doch der Tierarzt ist zufrieden mit Hermanns Entwicklung und Kirsten ist überglücklich. "Er hat es geschafft!" Freut sie sich, die übrigens auch noch zwei Katzen und einen Muli hat.

Meine Frage an Kirsten, warum sollte es ein Hund aus Rumänien sein? Gibt es hier nicht auch viele Tierheim-Hunde ohne Frauchen der Herrchen.

"Natürlich," sagt Kirsten,"aber wer gibt mir schon einen Hund, wenn ich drei Jobs mache?" Aber Kirsten ist super organisiert. Hermann kommt bei ihr sicher nicht zu kurz. Und einige Stunde allein zuhause bleiben, macht ihm nichts aus. Er macht es sich inzwischen auf dem Sofa gemütlich...

 

 

Hermann, darf ich dich mal anfassen?

 

Eine freundliche Begrüßung zwischen Hermann und mir im Wald. So ein feiner Hund! Und ich freue ich mich sehr für Hermann und Kirsten.


Alles Gute dir, Hermann, auf deinem weiteren Weg. Mögen dir viele andere Hunde folgen aus dem Grauen ins neue Glück!


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